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Das Stadt- und Kreisarchiv zeigt seine Schätze

Archive gelten immer noch als geheimnisvolle Orte, in denen ein Archivar mit Ärmelschonern in einem feuchten Kellergewölbe oder auf einem Dachboden scheinbar aus der Zeit gefallen auf seinen Schätzen hockt. Kellermuff und aufwirbelnden Aktenstaub wird bei einem Besuch des Stadt- und Kreisarchivs Düren allerdings niemand vorfinden, der die moderne öffentliche Einrichtung im Haus der Stadt im Dürener Norden betritt. 

Das Archiv steht den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung als Dienstleister zur Verfügung und widmet sich hauptsächlich der kontinuierlichen Überlieferung der Stadtgeschichte nach wissenschaftlichen Grundsätzen und Strategien. Unter Wahrung gewisser Schutzfristen stellt es die Zeugnisse der Vergangenheit für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. 

Archivschatz des Monats

Um einen Einblick in die vielfältige Arbeit zu geben, präsentiert das Stadt- und Kreisarchiv jeden Monat Dokumente aus seinen Beständen. Es sind schriftliche Zeugnisse, die Aufschluss geben über die Geschichte, Zahlen, Daten und Fakten, aber auch über das ganz alltägliche Leben der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte. 

Wer die Dokumente im Stadt- und Kreisarchiv in Augenschein nehmen möchte, kann die Archivschatz-Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.


Archivschatz Dezember 2018

Stadthalle Düren im Rohbau, Juli 1955
(Quelle: StAD, Bildarchiv 1, III 387)

Die Stadthalle Düren 1956
(Quelle: StAD, Bildarchiv 1, V/125)

Innenansicht der Stadthalle, 1955
(Quelle: StAD, Bildarchiv 1, V/102)

Werbebroschüre der Stadthalle, 1955
(Quelle: StAD, B-58)

Programm der Einweihung der Stadthalle Düren am 3.12.1955

Programm der Einweihung der Stadthalle Düren am 3.12.1955

Dürener Zeitung vom 3. Dezember 1955

Die Stadthalle Düren um 1965
(Quelle: StAD, Bildarchiv 1, V/243)

Die Ruine der Stadthalle, ca. 2014. Der Schriftzug der Stadthalle befindet sich nun im Stadtmuseum Düren

Abriss der Stadthalle Düren am 30. März 2015

Der Neubau des Dorint-Hotels auf dem Grundstück der ehemaligen Stadthalle, Sommer 2018

1955 befand sich Düren im Wiederaufbau. Die Einwohnerzahlen wuchsen stetig und mit ihnen das Kulturbedürfnis der Bevölkerung. Der Theatersaal in der Aula des Stiftischen Gymnasiums wurde bald zu klein für das kulturinteressierte Publikum. Die Schaffung von Wohnraum hatte zwar Vorrang, dennoch beschloss der Stadtrat 1953 den Bau einer Stadthalle an der Bismarckstraße und beauftragte damit als Architekten Professor Hans Mehrtens aus Aachen.

Am 1. März 1954 feierte Düren die Grundsteinlegung, am 3. Dezember 1955 wurde die Stadthalle eingeweiht. Das Gebäude verkörperte die typische 50er-Jahre-Architektur aus einzelnen, verschieden großen Kuben. Diese locker angeordneten, direkt miteinander verschachtelten Elemente sollten das demokratische Gesellschaftsmodell repräsentieren.

2007 wurde die Stadthalle in einem 50 Jahre gültigen Erbbaurechtsvertrag an einen Investor abgegeben, der unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Gebäudeteils bis 2011 ein Hotel errichten wollte. Doch der anfängliche Abriss der Anbauten stoppte wegen finanzieller Schwierigkeiten. Die Stadthalle verfiel zur Ruine, und es dauerte 8 Jahre, bis das nicht mehr denkmalgeschützte Gebäude am 30. März 2015 vollständig abgerissen wurde. Am 3. Dezember 2018 wurde das auf dem ehemaligen Stadthallengrundstück gebaute Dorint Hotel Düren eröffnet.


Archivschatz November 2018

Bild des Notars Alexander Theodor Ahrweiler in „Geschichte des Gymnasiums in Düren“ Festschrift 1928

Briefumschlag eines Schreibens von Marianne Rumpel an den Notar Ahrweiler mit Siegel 1833 (Nachlass Ahrweiler)

Testament des Alexander Theodor Ahrweiler, eröffnet am 16. November 1868

Bericht über die Vermächtnisse, die Alexander Theodor Ahrweiler der Stadt Düren hinterließ

Alexander Theodor Ahrweiler stiftete Stipendien für das Stiftische Gymnasium in Düren

Aktenvermerk über den Verbleib des Testaments 1944

Das Stadt- und Kreisarchiv erinnert diesen Monat an die Testamentseröffnung des Justizrats Alexander Theodor Ahrweiler am 16. November 1868. Geboren im April 1786 in Düren, ging er hier auf das Gymnasium und erhielt 1803 den Abschluss. Nach Beginn einer kaufmännischen Lehre studierte er bis 1805 Philosophie. Am 1. November 1805 wurde er Sekretär im Empfangsbüro des Central-Wohltätigkeitsamtes in Köln, wo er bis 1808 blieb und nebenher römisches Recht studierte.

Nach seiner Rückkehr nach Düren arbeitete er bei Notar Schmitz, bis er 1809 zum französischen Heer berufen wurde. Zwischen 1811 und 1816 war er Buchhalter in der Papierfabrik von Ludolph Hoesch. 1819 schrieb er sich mit 33 Jahren als einer der ersten Studenten an der neuen Universität Bonn für Rechtwissenschaften ein. Nach einem sehr erfolgreichen Studium wurde er Notar im Bezirk Reifferscheid und 1822 in Eupen. In Düren und Umgebung war keine Notariatsstelle frei, schließlich kam er 1825 nach Neuß. Hier nahm er 20067 Notariatsakte auf.

Am 8. November 1868 starb Alexander Theodor Ahrweiler. Sein Testament vom 20. Mai 1866 wurde am 16. November eröffnet und enthielt überraschenderweise Vermächtnisse für die Stadt Düren, unter anderem eine stattliche Summe für das Stiftische Gymnasium. Heute trägt der Platz an der Annakirche seinen Namen und erinnert an den Notar und Stifter.


Archivschatz Oktober 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv erinnert diesen Monat an die Ausrufung der „Rheinischen Republik“ vor 95 Jahren durch die Separatisten im Rheinland. Sie sorgten in der ersten Hälfte der 1920-er Jahre für politischen Aufruhr und strebten die Loslösung von der Weimarer Republik an. Was viele heute nicht mehr wissen: Düren war für die Rheinland-Aktionen das „Hauptquartier“.

Unter dem Schutz der französischen Besatzung riefen die Separatisten am 22. Oktober 1923 die „Rheinische Republik“ aus und besetzten das Rathaus, das Landratsamt und andere Gebäude. Bis Mitte Januar 1924 bestimmten sie in Düren das öffentliche Leben. Ihre Stoßtrupps lagen bis Februar 1924 in der Turnhalle der evangelischen Volksschule.


Archivschatz September 2018

Laternenanzünder Johann Müllejans, Lebenslauf und Passfoto

Sitzungsprotokoll des Stadtrats vom 4. September 1843

Zeitungsartikel von 1862
Kladderadatsch macht sich über die Dürener Straßen(nicht-)beleuchtung lustig, die leider zu Unfällen führt. Dr. Günther antwortet zwei Tage später mit einem längeren Artikel.

Zeitungsartikel aus dem Verkündiger vom 19.04.1865 über den Verkauf von Altären

Verschiedene Laternen aus Fotos der Fotosammlung des Stadt- und Kreisarchivs Düren

Das Stadt- und Kreisarchiv erinnert diesen Monat an den 4. September 1843, als die Dürener Stadtverordneten eine Straßenbeleuchtung für Düren anordneten. Der Bürgermeister hatte schon mehrfach im Vorfeld auf die schlechte Beleuchtung der Straßen hingewiesen und auf eine bessere, modernere Beleuchtung mit Gas gedrungen. In der Sitzung vom 4. September wurde das erste Mal ernsthaft über ein konkretes Angebot beraten.

„Sitzung des Stadtraths vom 4ten September 1843

Gegenstand der Berathung:
Einführung einer Gasbeleuchtung oder eventuell Disponibelstellung von Fonds zur Beschaffung neuer Laternen für Beleuchtung mit Oellampen.

Der Vorsitzende legte den auf Grund des Beschlusses vom 13. Juni von dem Stadtraths-Ausschusse unter Zuziehung der Gebrüder Salcher gefertigten Entwurf zu einem Kontrakte mit den Letzern über Etablirung einer Gasbeleuchtung zur Berathung vor, und machte zugleich Mittheilung, daß ein zweiter Unternehmungs-Lustiger Herr Sabey aus Belgien sich angemeldet habe, der eine Kohlen-Gasbeleuchtung für Rechnung einer städtischen Actien-Gesellschaft zu errichten unternehmen wolle.

Nach Diskussion erfolgte der Beschluss:
Den Kontraktentwurf durch Abdruck zu veröffentlichen um über ein so höchst wichtiges und jedenfalls außerordentlich kostspieliges Unternehmen die Stimmen der Bürgerschaft zu vernehmen, ehe zur Ausführung geschritten werde.“ [Quelle: Stadt- und Kreisarchiv Düren, Ratsprotokolle 1843]

Ab 1858 gab es die Dürener Aktien-Gesellschaft für Gasbeleuchtung. 1862 konnte man in der Zeitung von den Schwierigkeiten lesen, es allen recht zu machen. Für die Beleuchtung wurden auch Opfer gebracht: zwei Altäre der Annakirche wurden verkauft, um Platz für die Gasanlage zu schaffen. 1901 wurde das städtische Elektrizitätswerk in der Paradiesstraße eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt besaß das Rathaus 196 Glühlampen. Die tägliche Stromerzeugung lag bei 657 kWh, und die Straßenbeleuchtung wurde zunehmend mit Strom betrieben. Trotzdem gab es bis zur Zerstörung Dürens den Beruf des Laternenanzünders.

Der Lebenslauf des Laternenanzünders Johann Müllejans ist im Archiv erhalten:

„Mein Lebenslauf

[…]

Am 2. August wurde ich beim Landwehr-Inftr. Reg. No 25 zum Kriegsdienst einberufen und 1915 an der rechten Schulter durch Granatsplitter schwer verwundet. Durch die Verwundung und Herzleiden bekleide ich eine leichtere Arbeit als LATERNENANZÜNDER. 

Johann Müllejans, Düren, Brückenstr. 58“


Archivschatz August 2018

Bericht von Prof. K. Grulich über den 1. August 1918
Aus: Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, 1928 (Quelle: StAD, St Dü 119)

Brief von Christel Brühl an Marianne Mundt vom 1.8.1918 (Quelle: StAD, Nachlass Scherer/Mundt 11)


Das Stadt- und Kreisarchiv Düren​​ erinnert diesen Monat an den 1. August 1918, als Düren zum ersten und einzigen Mal im Ersten Weltkrieg von feindlichen Fliegern angegriffen wurde. Der Beschuss fordert 16 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. 

Beim Angriff wurden Gebäude in der Zülpicher Straße, Nideggener Straße, Bismarckstraße und Kölnstraße beschädigt, darunter die Südschule und die Post.

Zu sehen sind historische Postkarten und Schilderungen der Ereignisse in Presse- und Buchpublikationen.


Archivschatz Juli 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv ist noch den ganzen Monat Juli im WM-Fieber. Es erinnert an den 3. Juli 1958, als Karl Heinz Schnellinger und Georg Stollenwerk, die beide der SG Düren 99 entstammten, von der Weltmeisterschaft vom 8. bis 29. Juni in Schweden zurückkehrten.

Weltmeister wurde Brasilien mit dem damals 17 jährigen Pélé,Titelverteidiger Deutschland wurde vierter. Bei dieser „Weltmeisterschaft“ gab es 12 Teilnehmer aus Europa, drei aus Südamerika und einen aus Mittelamerika, Deutschland und Schweden waren gesetzt. Italien war nicht dabei. Deutschland wurde Gruppensieger und scheiterte im Halbfinale an Schweden in der „Schlacht von Göteborg“, bei der die deutsche Mannschaft abgesehen vom Gegner auch gegen das Publikum spielte.

Georg „Schorsch“ Stollenwerk, geboren am 19. Dezember 1930 in Düren, stand 1938 erstmals aufgrund seiner fußballerischen Leistung in der Zeitung: „99 hat zwar verloren aber die beiden Gegentore schoss der kleine Stollenwerk“ (Dürener Zeitung). Sepp Herberger berief ihn in die von ihm betreuten Nationalmannschaften. In der Saison 1953/54 wechselte Stollenwerk zum 1. FC Köln. Da er nicht, wie von Sepp Herberger gewünscht, nach Kaiserslautern wechselte, durfte er nicht mit zur Weltmeisterschaft nach Bern. „Ich bin Rheinländer, und im Rheinland wollte ich bleiben“, sagte er in einem Zeitungsartikel zu seinem 80. Geburtstag. 1958 bildete er mit Karl-Heinz Schnellinger ein Verteidiger-Duo bei der WM in Schweden. Stollenwerk absolvierte 23 Spiele für die Nationalmannschaft und erzielte 2 Tore. Nach seiner Karriere als Spieler trainierte er noch einige Jahre Alemannia Aachen und den Tus 08 Langerwehe. Beim 1.FC Köln heißt die Reservemannschaft heute noch Stollenwerk-Elf. Nach dem Fußball arbeitete er in der Firma Heinz Bauchmüller, Papier und Kartonagen, in Krauthausen, bei der er später auch Inhaber war. Georg Stollenwerk starb am 1. Mai 2014 in Köln.

Karl Heinz Schnellinger, geboren am 31. März 1939 in Düren, trat mit zehn Jahren bei SG Düren 99 ein. Dort spielte er bis 1958. Nach der Weltmeisterschaft in Schweden wechselte er zum 1. FC Köln. Das rief natürlich heftige Empörung und Entrüstung hervor. Dazu äußerte er sich in den Dürener Nachrichten am 6. August 1958. In der damaligen Zeit waren die Spieler häufig nur nebenberuflich Fußballer. Die Vereine suchten ihre Spieler deshalb mit attraktiven Berufsangeboten zu halten. So sagt der damals 19-jährige Schnellinger u. a.: „Das Dürener Angebot (Schnellinger meint damit eine angemessene Lehrstelle und einen Höchstvertrag von monatlich 320 Mark D. Red.) habe ich insofern abgeschlagen, weil ich Amateur bleiben will und schon lange Zeit vordem eine Anstellung in der Zentrale der Westdeutschen Kaufhof AG in Aussicht hatte“. 1962 wurde Schnellinger erster Deutscher Fußballer des Jahres. Im nächsten Jahr verließ er den 1.FC Köln (und die neugegründete Bundesliga) und ging nach Italien, wo er heute noch lebt. Er kehrte nur einmal zurück und spielte 1974 ein Jahr bei Tennis Borussia Berlin. Mit der Nationalmannschaft nahm er an vier Weltmeisterschaften teil: 1958, 1962, 1966 und 1970. Bei der WM 1970 sorgte er mit seinem Tor gegen Italien für den Ausgleich und die Verlängerung des Halbfinales, das leider dann doch verloren ging. Der Reporter kommentierte das Tor in der 90. Minute: „Schnellinger! Ausgerechnet Schnellinger!“, da derselbe ja in Italien spielte. Es war das einzige Tor, das er in 47 Spielen für die Nationalmannschaft schoss.

Die Dürener Spieler wurden nach ihrer Rückkehr aus Schweden „in festlichem Zuge [...] von der Gaststätte Stollenwerk in der Oberstraße zum Stadtparkhotel geleitet“. Im Stadtparkhotel wurden sie von Bürgermeister Guntermann und Landrat von Ameln, der gleichzeitig Vereinsvorsitzender der SG Düren 99 war, begrüßt und belobigt.


Archivschatz Juni 2018

Im Juni erinnert das Stadt- und Kreisarchiv an Christian August Klotz, der am 14. Juni 1894 zum Bürgermeister der Stadt Düren gewählt wurde. Geboren wurde August Klotz am 6. Oktober 1857 in Burg b. Magdeburg. Er studierte Jura in Göttingen und Berlin, war Gerichtsassessor in Hannover, Senator und Polizeidirektor in Lüneburg und 2. Bürgermeister in Mannheim, bevor er nach Düren berufen wurde.

Am 12. September 1905 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt und am 6. Oktober einstimmig für 12 Jahre wiedergewählt. Ab dem 6. Oktober 1917 erfolgte die Ernennung zum Oberbürgermeister auf Lebenszeit.

Am 30. Juni 1921 ging er in den selbst gewählten Ruhestand. Eine Woche später ernannte ihn die Stadt zu ihrem Ehrenbürgermeister.

Während der Separatistenzeit wurde August Klotz am 23. Mai 1923 durch die französische Besatzung ausgewiesen. Seitdem wohnte er in Hannover, wo er am 28. Dezember 1925 starb. Zu seinem Andenken wurde am 22. September 1932 die Dürener „Lindenpromenade“ in „August-Klotz-Straße“ umbenannt.


Archivschatz Mai 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv taucht mit seinem Archivschatz Mai ein in die Geschichte von Schloss Burgau, das einst dem Adelsgeschlecht von Elmpt gehörte.

Die Herren von Elmpt, ein altadeliges ursprünglich rheinländisches Geschlecht, kam durch Johann Martin von Elmpt im zaristischen Russland zu Ansehen. Der Name Elmpt bezieht sich auf ein Dorf im Kreis Viersen. Dort sind die Edelherren von Elmet schon 1203 erwähnt. Durch kluge Heiraten dehnten die Herren von Elmpt ihren Besitz aus und erhielten vom Grafen von Jülich ein Lehen, das bis zum Jahr 1800 in der Familie blieb.

Es gab zwei Hauptlinien: in Aachen und auf Schloss Burgau. Aus der Burgauer Linie ging der Familienzweig mit Johann Martin von Elmpt hervor. Wilhelm von Elmpt wurde im Erbgang 1475 mit Schloss und Herrlichkeit Burgau belehnt. Nach einigen Erbfällen und Streitigkeiten wurde Burgau 1784 der Linie Elmpt durch das Jülich-Bergische Gericht zugesprochen. Johann Martin von Elmpt hatte einen Sohn, der ohne männlichen Erben starb, so dass der Besitz an die jüngere Tochter, verheiratet mit Joseph von Anrep, fiel. Die Grafen nannten sich in der Folge von Anrep-Elmpt.

Zu sehen sind im Stadt- und Kreisarchiv Düren die Urkunde der Erhebung in den Reichsgrafenstand und das Wappen, das in Gold eine rote Lilie zeigt, auf deren Seitenblättern zwei grüne Sittiche mit goldenen Halsbändern sitzen (Stammwappen). Nach der Erhebung zum Reichsgrafen ruht auf dem Schild eine Grafenkrone, darauf ein gekrönter (oder mit einem rot-goldenen Wulst bedeckter) Helm mit dem Schildbild zwischen zwei goldenen Büffelhörnern.


Archivschatz April 2018

Beim Archivschatz April geht es um das Thema Erdbeben:
Düren gehört zur Rheinischen Erdbebenzone, die eine der wichtigsten seismisch aktiven Zonen in Mitteleuropa darstellt. Eines der letzten in Düren spürbaren und mit sichtbaren aber nicht großen Schäden verbundenen Beben war das Beben bei Roermond vom 13. April 1992. Das „Beben von Roermond“ erreichte eine Stärke von 5, 5-5,8 auf der Richterskala und war damit ein mittelstarkes Beben.

Ein früheres Erdbeben genau in Düren ereignete sich im Februar 1756. Es gehörte zu einer Serie von Erdbeben, die Weihnachten 1955 begann. Das Beben hatte eine Stärke von geschätzt 6,4 auf der Richterskala und wurde noch 400 km entfernt verspürt. Die Schäden waren sichtbar, während des Bebens konnten die Menschen nicht stehen bleiben, wie zeitgenössische Quellen berichten. In Düren stürzten etwa 300 Schornsteine ein, Hausgiebel und Mauerwerke erlitten gravierende Schäden und die Stadtmauer zwischen Köln- und Obertor wies 18 Risse auf. Den ganzen Februar des Jahres 1756 über sollen die Glocken der Annakirche immer wieder geläutet haben, weil der Turm schwankte.


Archivschatz März 2018

In der Nacht vom 13. auf den 14. März 1895 brannte die Tuchfabrik Leopold Schoeller & Söhne an der Ecke Wirtelstraße/Wirteltorplatz ab. Dieser Großbrand gilt als der bis dahin größte und für die Entwicklung des Stadtbildes wichtigste Brand. Die Tuchfabrik zur Kaysermühle wurde als Folge an die Aachener Landstraße (heute Valencienner Straße) in dort errichtete Neubauten verlegt, die Teppichfabrik Gebrüder Schoeller mit den restlichen Fabrikanlagen nach Birkesdorf.

Das Stadt- und Kreisarchiv verwahrt Archivalien und Fotos, die die Geschichte der Tuchfabrik dokumentieren. Zu sehen ist unter anderem ein Zeitungsartikel vom 14. März 1895 sowie ein Foto des Gebäudes vor dem Brand und einige kleine Originalobjekte der Firma, z. B. ein Papierbogen mit Schoeller-Motiv, Firmenetiketten und Metallplomben mit Schoeller-Gravur.

Die Dokumente können zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigt werden.


Archivschatz Februar 2018

Das Gebäude der Ostschule (heute: Heinrich-Böll-Gesamtschule) wurde 1912 als Ausbildungsstätte für Lehrer errichtet (Lehrer-Seminar). 1925 richtete man hier eine Volksschule ein. Mit der Schulreform 1968 wurde sie zur Hauptschule. 1987 zog auch die Heinrich-Böll-Gesamtschule in die inzwischen erweiterten Gebäude ein.

Et is jo Fastelovend! Deshalb zeigt das Stadt- und Kreisarchiv Düren als Archivschatz des Monats Februar 2018 neben einer Chronik der ehemaligen Ostschule zwei Orden des Festkomitees Dürener Karneval aus der Session 1977/78 und 1978/79. Sie stehen beispielhaft für die Gestaltungsvielfalt: Über die Jahrzehnte wurden die Orden größer, bekamen Gimmicks und werden in jüngster Zeit häufiger mit Strass-Steinen verziert.

 Das Festkomitee Dürener Karneval ist die Dachorganisation von 22 Karnevalsgesellschaften in Düren. Zunächst gründete sich 1950 ein „Festausschuss“, aus dem 1952 das Festkomitee wurde. In diesem Jahr zog auch der erste organisierte Karnevalszug durch Düren, schon damals geplant vom Festkomitee. Dieses hat keine festen Einnahmen. Die Vereine zahlen jährlich einen Mitgliedsbeitrag von heute 70 Euro plus einen Zuggroschen (50 Cent pro bezahlter Eintrittskarte für ihre Veranstaltungen). Der Zuggroschen ist allerdings gedeckelt, die Gesellschaften zahlen maximal 320 Euro pro Jahr.

 Das Stadt - und Kreisarchiv hat in seinem Bestand Orden des Festkomitees, der Prinzengarde, der Dürener Narrenzunft und noch ein paar Einzelstücke. Wer den Archivschatz des Monats in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

 Stadt- und Kreisarchiv Düren, Stefan-Schwer-Straße 4-6, 52349 Düren


Archivschatz Januar 2018

Das Stadt- und Kreisarchiv Düren im Haus der Stadt zeigt als Archivschatz des Monats Januar 2018 in einer Vitrine Archivalien und Fotos, die das Theaterleben Dürens dokumentieren. Zu sehen sind die beschädigte Urkunde von der Grundsteinlegung des Stadttheaters am 17. November 1905, ein Fotoalbum mit gesammelten Bildern und eine Ankündigung der Konzerte von 1927 bis 1941. Außerdem ist ein Artikel aus der Dürener Zeitung vom 18. Januar 1907 über die Einweihung des Theaters ausgestellt.
Am 17. Januar 1907 wurde das Stadttheater auf dem Hoeschplatz eingeweiht. Es wurde nach einem Entwurf des Kölner Architekten Carl Moritz erbaute. Gestiftet vom Dürener Fabrikanten Eberhard Hoesch, entwickelte sich das Bauwerk zum Vorzeigeobjekt der Stadt, und die Theaterszene erlangte über Düren hinaus Bekanntheit. Beim Bombenangriff am 16. November 1944 wurde das Stadttheater erheblich zerstört. Seine Ruine wurde 1952 abgetragen.
Wer die Dokumente im Stadt- und Kreisarchiv in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 Uhr und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

Archivschatz Dezember 2018

Eine auf den ersten Blick unscheinbare Weihnachtspostkarte aus dem Jahr 1955 aus dem Nachlass von Marianne Scherer, geb. Mundt. Die Karte schrieb Albert Apel, der Mitbegründer der 1. Dürener Musikschule vor und während des Ersten Weltkriegs und langjähriger Leiter des Dürener Orchesters, der ehemaligen Feuerwehrkapelle.

Marianne Scherer war eine Tochter der Gründer des Geschäfts Lederwaren Mundt, das heute noch am Wirteltorplatz existiert. Die Besitzer haben inzwischen allerdings mehrfach gewechselt. 1903 in Düren geboren, wanderte Marianne Scherer nach ihrer Heirat über Polen nach Wien aus. Ihrer Heimat blieb sie sehr eng verbunden und sammelte alles, was mit Düren oder Dürener Persönlichkeiten zu tun hatte. Als Marianne Scherer aufwuchs, wurden Theater und Musik groß geschrieben. So war z. B. das Stadttheater 1907 fertig geworden. Sie bekam Musikunterricht beim „Stadtkapellmeister“ Albert Apel, der ihr mit der Postkarte nach dem Zweiten Weltkrieg von Düren aus Grüße nach Wien schickte.

Wer die Postkarte in Augenschein nehmen möchte, kann die Vitrine mit weiteren Dokumenten rund um den Stadtkapellmeister Albert Apel und seine Musikschule zu den Öffnungszeiten des Lesesaals dienstags bis donnerstags von 8-12 und dienstags und donnerstags zusätzlich von 14-17 Uhr besichtigen.

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